Frank Deppe: Verschwörung, Aufstand und Revolution Frank Deppe
Verschwörung, Aufstand und Revolution.
Blanqui und das Problem der sozialen Revolution.
Europäische Verlagsanstalt 1970, 297 Seiten

Louis-Auguste Blanqui (1805 – 1881) gilt heute als der Prototyp des revolutionären Verschwörers. In Erinnerung geblieben sind – wenn überhaupt – seine Geheim­gesellschaften, die sich durch ein Höchstmaß an Klandestinität aus­ge­zeich­net haben. Mit ihnen wollte er die Revolution anstoßen, die den Armen und Rechtlosen die Freiheit geben sollte. Deppe zeichnet ein differenziertes Bild der Zeit und ihrer Akteure mit besonderem Schwerpunkt auf Blanqui und seinem Einfluss auf die politischen und sozialen Bewegungen in Frankreich. "Als Organisator der ‚Gesellschaft der Jahreszeiten' unter der Julimonarchie, als Kritiker der provisorischen Regierung und Führer der Volksbewegungen im Jahr 1848, als Erzieher neuer revolutionärer Kader und ‚General' der blanquistischen Geheimarmee während des bonapartistischen Empire, als preußenfeindlicher Patriot im Krieg von 1870/71 und schließlich als allseitig verehrter Repräsentant der französischen Revolutionstradition entzieht sich Blanqui a priori jeder grobschlächtigen Schematisierung, die ihn nach nur einem der genannten Aspekte klassifizieren möchte." S. 170

Auguste BlanquiLangjährige Haftstrafen und ein Todesurteil (das später zu lebenslanger Haft umge­wandelt wurde) konnten Blanqui nicht von seinen revolutionären Überzeugungen ab­brin­gen, die er bis zu seinem Tod vertrat. Auch wenn alle Aufstände, die er mit anderen organisierte, letztlich scheiterten, hat er doch Spuren hinterlassen, die noch bis ins 20. Jahrhundert reichen.

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28. Dezember 2020

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