| Kassiber | ![]() |
||||
|
|||||
|
In ihrem Werk "Geister, Dämonen – Phantasmen. Eine Kulturgeschichte" untersucht die Mediävistin Christa Agnes Tuczay die Entwicklung und Darstellung von Geistern, Dämonen und anderen übernatürlichen Wesen in verschiedenen Kulturen und Religionen. Sie spannt dabei den Bogen von animistischen Weltbildern über die Antike bis in die Gegenwart und beleuchtet, wie diese Vorstellungen über Jahrhunderte hinweg im Islam, Judentum und Christentum fortwirkten. Tuczay verwendet eine Vielzahl an Quellen, darunter Märchen, Volkserzählungen und literarische Werke, um den Wandel des Glaubens an das Übernatürliche zu verdeutlichen. Dabei werden auch moderne Phänomene wie Science-Fiction, Horror und Fantasy berücksichtigt. Das Buch behandelt eine Vielzahl von Geistern, von Hausgeistern über Totengeister bis hin zu Krankheitsdämonen und zeigt, wie Geisterglauben in verschiedene religiöse und kulturelle Kontexte eingebunden war und ist. Dabei spielt die Wechselwirkung zwischen wissenschaftlichen, psychologischen und religiösen Erklärungsmodellen eine zentrale Rolle. Die Autorin stellt Verbindungen zwischen historischem Geisterglauben und modernen Medien wie Film und Literatur her, der Schwerpunkt liegt allerdings auf dem Mittelalter und der frühen Neuzeit. Dieses Kompendium der phantastischen Wesenheiten liefert eine Fülle an Material inklusive umfangreicher Literaturhinweise am Ende jedes Kapitels. Das macht die Lektüre etwas schwerfällig aber keinen Deut weniger lesenswert. Christa Agnes Tuczay ist eine österreichische Altgermanistin und Kulturwissenschaftlerin. Sie studierte unter anderem Germanistik, Ethnologie, Philosophie und Psychologie an der Universität Wien und promovierte über das Thema "Der Unhold ohne Seele". Seither forscht sie über Märchen und Legenden, Mittelalter und Magie. Seit 1984 ist Tuczay als Dozentin für ältere deutsche Sprache und Literatur an der Universität Wien tätig. Sie habilitierte sich 1997 mit einer Arbeit über "Märchen und Magie im Mittelalter". Tuczay ist Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. → Christa A. Tuczay: Die Herzesser 12. Oktober 2024 |
|||||
| Gelesen : Weiteres : Impressum |