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Tuczay Geister Dämonen Christa Agnes Tuczay
Geister, Dämonen – Phan­tas­men.
Eine Kulturgeschichte.
Marix Verlag, Wies­ba­den 2015, 252 Sei­ten, ISBN 9783737409728

In ihrem Werk "Geis­ter, Dä­mo­nen – Phan­tas­men. Eine Kul­tur­ge­schich­te" un­ter­sucht die Me­diä­vis­tin Christa Ag­nes Tuc­zay die Ent­wick­lung und Dar­stel­lung von Geis­tern, Dä­mo­nen und an­de­ren über­na­tür­li­chen Wesen in ver­schie­de­nen Kul­tu­ren und Re­li­gio­nen. Sie spannt dabei den Bo­gen von ani­mis­ti­schen Welt­bil­dern über die An­ti­ke bis in die Ge­gen­wart und be­leuch­tet, wie diese Vor­stel­lun­gen über Jahr­hun­der­te hin­weg im Islam, Ju­den­tum und Chris­ten­tum fort­wirk­ten. Tuc­zay ver­wen­det ei­ne Viel­zahl an Quel­len, da­run­ter Mär­chen, Volks­er­zäh­lun­gen und li­te­ra­ri­sche Wer­ke, um den Wan­del des Glau­bens an das Über­na­tür­li­che zu ver­deut­li­chen. Dabei werden auch mo­der­ne Phä­no­me­ne wie Science-Fiction, Hor­ror und Fan­ta­sy be­rück­sich­tigt.

Das Buch behandelt ei­ne Viel­zahl von Geis­tern, von Haus­geis­tern über To­ten­geis­ter bis hin zu Krank­heits­dä­mo­nen und zeigt, wie Geis­ter­glau­ben in ver­schie­de­ne re­li­giö­se und kul­tu­rel­le Kon­tex­te ein­ge­bun­den war und ist. Da­bei spielt die Wech­sel­wir­kung zwi­schen wis­sen­schaft­li­chen, psy­cho­lo­gi­schen und re­li­giö­sen Er­klä­rungs­mo­del­len eine zen­tra­le Rol­le. Die Au­to­rin stellt Ver­bin­dun­gen zwi­schen his­to­ri­schem Geis­ter­glau­ben und mo­der­nen Me­dien wie Film und Li­te­ra­tur her, der Schwer­punkt liegt al­ler­dings auf dem Mit­tel­al­ter und der frü­hen Neu­zeit.

Dieses Kompendium der phan­tas­ti­schen We­sen­hei­ten lie­fert ei­ne Fül­le an Ma­te­rial in­klu­si­ve um­fang­rei­cher Li­te­ra­tur­hin­wei­se am En­de je­des Ka­pi­tels. Das macht die Lek­tü­re et­was schwer­fäl­lig aber kei­nen Deut we­ni­ger le­sens­wert.

Christa Agnes Tuczay ist eine ös­ter­rei­chi­sche Alt­ger­ma­nis­tin und Kul­tur­wis­sen­schaft­le­rin. Sie stu­dier­te unter an­de­rem Ger­ma­nis­tik, Eth­no­lo­gie, Phi­lo­so­phie und Psy­cho­lo­gie an der Uni­ver­si­tät Wien und pro­mo­vier­te über das The­ma "Der Un­hold oh­ne See­le". Seit­her forscht sie über Mär­chen und Le­gen­den, Mit­tel­al­ter und Ma­gie. Seit 1984 ist Tuc­zay als Do­zen­tin für äl­te­re deutsche Spra­che und Li­te­ra­tur an der Uni­ver­si­tät Wien tä­tig. Sie ha­bi­li­tier­te sich 1997 mit einer Ar­beit über "Mär­chen und Ma­gie im Mit­tel­al­ter". Tuc­zay ist Mit­glied der Öster­rei­chi­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten.


Christa A. Tuczay: Die Herz­esser

12. Oktober 2024

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