Kassiber Edith Sitwell
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Edith Sitwell Piraterie und Pietät Edith Sitwell:
Pi­ra­te­rie & Pie­tät. Mehr eng­li­sche Ex­zen­tri­ker.
Aus dem Eng­li­schen von Karl A. Kle­wer.
Frankfurter Verlags­anstalt 1991, 230 Sei­ten, mit zahl­rei­chen zeit­ge­nös­si­schen Il­lus­tra­tio­nen, ISBN 3-627-10005-0

In sechs Kapiteln fasst Edith Sit­well in „Pi­ra­te­rie & Pietät“ ei­ni­ge eng­li­sche Ex­zen­tri­ker zu­sam­men, die in ih­rem Vor­gän­ger­buch „Eng­li­sche Ex­zen­tri­ker“ noch kei­ne Be­rück­sich­ti­gung ge­fun­den hat­ten. Eng­land ist für sie das Land der Ex­zen­tri­ker schlecht­hin, da es eine Ei­gen­schaft der eng­li­schen Na­tion sei, sich für un­fehl­bar zu hal­ten. Aha.

Von „Quacksalber und Al­che­mis­ten“ (Kenelm Dig­by (1603–1665), John Wil­mot (1647–1680), James Gra­ham (1700–1799), Brig­ham Young (1801–1877), Lau­rence Oli­phant (1829–1888)) über „Ei­ni­ge Rei­sen­de“ (Wal­ter de la Mare (1873–1956), Ho­race Wal­pole (1717–1797), Ed­ward Wort­ley Mon­ta­gu (1713–1776), Prin­zes­sin Ca­ra­boo 1791–1865), Louis de Rouge­mont (1844–1921)) zu „Son­der­ba­re Pi­ra­ten“ (Wil­liam Dam­pier (1652–1715), Ale­xan­der Sel­kirk (1676–1721), Vor­bild für Ro­bin­son Cru­soe)) und län­ge­ren Aus­las­sun­gen zu John Mil­ton (1608–1674), Ro­bert Bur­ton (1577–1640), John Au­brey (1626–1697) gibt es ei­nen Über­blick über die eng­li­sche Li­te­ra­tur zum The­ma Ex­zen­trik, aus der Edith Sit­well groß­zü­gig zi­tiert.

Die Darstellungen sind mehr als nur eine Ku­rio­si­tä­ten­samm­lung eng­li­scher Ex­zen­trik. Es sind Por­träts ei­ner der Au­to­rin ver­wand­ten Spe­zies, ge­schrie­ben mit gro­ßer Sym­pa­thie und wohl­do­sier­ter Iro­nie.

Edith Sitwell (1887–1964), die sich auf Ce­cil Bea­tons Fo­to­gra­fien mit fe­der­ge­schmück­tem Kopf­putz und mit Rin­gen be­la­de­nen Hän­den als In­be­griff der Ex­zen­trik ins­ze­nier­te, war die Ex­zen­trik in die Wie­ge ge­legt. Schon ihre El­tern gal­ten als aus­ge­spro­chen ex­zen­trisch, sie selbst trieb es dann auf die Spit­ze. 1913 er­schien ihr ers­tes Ge­dicht, es soll­ten vie­le wei­te­re fol­gen. Sie war be­freun­det mit Dy­lan Tho­mas, Aldous Hux­ley und Den­ton Welch und en­ga­gier­te sich für die Ver­öf­fent­li­chung des Nach­las­ses von Wilfred Owen.

Sie zählt zur li­te­ra­ri­schen Mo­der­ne, das Ver­hält­nis von Poe­sie und Mu­sik war ihr eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit. Ent­spre­chend wa­ren ihre Auf­trit­te ge­stal­tet, die nicht sel­ten im Tu­mult en­de­ten. O fer­ne Zei­ten, als Poe­sie Men­schen noch be­we­gen konn­te.


Biographisches

5. Dezember 2025

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