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Eva Demski Venedig Salon der Welt. Eva Demski:
Vene­dig – Sa­lon der Welt.
Achtzehn Stü­cke mit Be­glei­tung.
Schöffling & Co. 2000, 123 Sei­ten, ISBN 3-89561-546-3

Demski zeich­net das Mo­sa­ik Ve­ne­digs durch die Au­gen sei­ner Be­su­cher – ob pro­mi­nent oder we­ni­ger be­kannt – und ihre Spu­ren in der La­gu­nen­stadt. Mit ih­ren Wor­ten malt sie die Far­ben und be­nennt die Kon­tras­te. Und tritt da­rü­ber in den Dia­log mit ih­ren ei­ge­nen Wahr­neh­mun­gen und Re­fle­xio­nen. Das Buch ist kein klas­si­scher Rei­se­füh­rer, es ist eine fa­cet­ten­rei­che An­nä­he­rung an Ve­ne­dig.

Demski ver­webt per­sön­li­che Er­leb­nis­se, kunst­his­to­ri­sche Be­trach­tun­gen, li­te­ra­ri­sche Be­zü­ge und po­li­ti­sche Re­fle­xio­nen zu ei­nem at­mo­sphä­ri­schen Por­trät der Stadt. Sie zeigt Ve­ne­dig in sei­ner gan­zen Am­bi­va­lenz: schön und mor­bi­de, er­ha­ben und ver­gäng­lich. Ihre li­te­ra­risch-kul­tu­rel­len Ab­schwei­fun­gen – etwa zu Tho­mas Mann, Ezra Pound, der im 17. Jahr­hun­dert wir­ken­den jü­di­schen Dich­te­rin Sara Co­pia Sul­lam oder den Ma­lern der Re­nais­sance – er­ge­ben ein stim­mungs­vol­les Bild der La­gu­nen­stadt über die Jahr­hun­der­te hin­weg. Harry’s Bar, jü­di­sches Ghet­to, die Brü­cken und Plät­ze fü­gen sich zu ei­nem wech­sel­vol­len Pa­no­ra­ma ei­ner Stadt der Träu­me, der Me­lan­cho­lie und der spek­ta­ku­lä­ren Fes­te und Mas­ken.

“Sie (die Stadt, KM) ver­hüll­te bald ihre Nie­de­run­gen, bald die höchs­ten Tür­me mit di­ckem, sil­ber­nem Ne­bel, in den die rosa La­ter­nen klei­ne Lö­cher sta­chen, Hoch­was­ser leck­te über die Stei­ne des Mar­kus­plat­zes, und ei­nes Mor­gens war die gan­ze Stadt in dün­nes Eis wie in Glas ge­hüllt.” S. 101

8. August 2025


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